Somatische Erinnerung an Historische Gewalt

Transgenerationale Epigenetik des Traumas – die Shoah, Antisemitismus und Rassismus

Somatische Erinnerung an Historische Gewalt

Transgenerationale Epigenetik des Traumas – die Shoah, Antisemitismus und Rassismus

Der Konflikt hat tausende von Leben zerstört. Oft vergessen wir kleine Details, alltägliche Rituale, die wir jetzt nicht mehr durchführen können. Wir sehnen uns nach dem Wind, der von den Bergen kommt, nach den Stimmen der Kinder, dem Geschmack der Mango zum Frühstück, dem Geruch von Zuhause, dem friedlichen Gefühl einer Familie, sicher und vollzählig. Im “Wald der Hoffnung”, direkt neben dem Museo Casa de la Memoria (Haus der Erinnerung) wird einzelnen vermissten und ermordeten Familienmitgliedern, den Opfern von jahrzehntelangem Krieg und Gewalt in Kolumbien gedacht. Ein Ort der Trauer, aber auch der Zusammenkunft. Medellín/COL, 2023. LINK

Die erzählten Zeugenaussagen erzählen von unterschiedlichen Ereignissen, jedes einzelne ist Teil einer langen Geschichte des Leids, das bis heute darauf wartet, angehört, begleitet und geheilt zu werden. Das Museo Casa de la Memoria (Haus der Erinnerung) in Medellín/COL gibt von Gewalt und Vertreibung Betroffenen ein Gesicht und eine Stimme. LINK

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Der Podcast „Invisible Wound“ von Sharon Ryba-Kahn ist Teil des Projekts „Hakara – facing transgenerational trauma“ von AMCHA Deutschland. In Episode 5 treffen wir Larissa Behrendt. Wir sprechen über ihre Arbeit als Anwältin und ihren Roman „After Story“. Anhand ihrer Werke erfahren wir, wie sie gegen Ungerechtigkeit kämpft und wie es möglich ist, Figuren so komplex zu gestalten, dass man sie von ihrer verletzlichsten Seite zeigen kann. Außerdem sprechen wir über den Dokumentarfilm „Nach der Entschuldigung“ und das Thema der gestohlenen Generationen sowie über ihre Herangehensweise beim Erzählen von Traumata und die Bedeutung von Empowerment in ihrer Arbeit.

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Flüstern. – Geschichten zum Schreien. Viele traumatische Kriegserlebnisse bleiben verborgen. Viele Opfer sind von tiefen Schrecken gezeichnet, die ebenso weh tun wie die Gleichgültigkeit und das erzwungene Schweigen, das mit Angst und Straflosigkeit einhergeht. LINK

 

Können wir uns in Oberflächen, Strukturen und Texturen selbst sehen? Dorothee Krings (Berlin) war und ist neben vielem anderen auch Fotografin. In den vergangenen Jahren hat sie private Trauma-Salons veranstaltet, in denen sich über persönliche Zugänge zur eigenen Geschichte, zu Verletzungen und eigenem Umgang damit ausgetauscht werden konnte. Makrofotografie ist bei ihr ein bildgebendes Verfahren, das optisch frei legt, was unmöglich scheint: die tiefer liegenden Schichten der Zeit. Ihre Bilder sprechen von der Verwundbarkeit unserer Welt und damit auch von unserer Verletzlichkeit.

Generation und Chronologie. Die Zeitlinie der Geschichte und der Gewalt wird von uns auf ganz eigene Art und Weise interpretiert: als Linie, als Spirale, als Zyklus oder auch ohne besondere Form. Obwohl die Zeit oft linear dargestellt wird, überschneiden sich die Ereignisse, die die Geschichte der Gewalt geprägt haben. Der Zeitstrahl soll zur politischen Analyse der letzten 70 Jahre, von Macht und ihrem  Missbrauch beitragen, der zur Entstehung von Konflikten und Gewalt auf der ganzen Welt beigetragen hat. Ausstellung des Museo Casa de la Memoria (Haus der Erinnerung) in Medellín/COL 2023. LINK

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Dr. Yael Danieli ist eine der Begründerinnen des Feldes der multigenerationalen Traumavererbung und seit über 50 Jahren eine Spezialistin auf diesem und vielen angrenzenden Gebieten. Man könnte sagen, dass Trauma aufgrund ihrer Biografie in ihrer DNA steckt. In diesem Podcast haben wir die Möglichkeit zu verstehen und zu definieren, was Trauma ist, wie es sich manifestiert und wie der aktuelle Stand der Forschung ist. In jeder Antwort auf unsere Fragen können wir spüren und hören, dass Yael seit über fünf Jahrzehnten in diesem Bereich arbeitet. Ein Satz, der in Erinnerung bleibt: „Trauma hat schwieriges Wissen geschaffen.“ Der Podcast „Invisible Wound“ von Sharon Ryba-Kahn ist Teil des Projekts „Hakara – facing transgenerational trauma“ von AMCHA Deutschland.

Diese Podcastfolge hier hören (in englisch) »

Weitere Informationen über ihre Arbeit (in englisch): https://www.dryaeldanieli.com/ und https://icmglt.org/

“Wir haben keinerlei Sicherheit, aber wir haben auch keine Angst” – Worte. Schlüssel zum Nachdenken über Krieg und Gewalt: Sie geben uns die Möglichkeit, den Krieg, seine Protagonist:innen und das, was wir erlebt haben, zu analysieren. Um komplexe Konzepte zu verstehen, greifen wir auf Metaphern zurück.
Schaukasten in der ständigen Ausstellung des Museo Casa de la Memoria (Haus der Erinnerung) in Medellín/COL 2023. kennen, erzählen uns so viele Geschichten. Museo Casa de la Memoria (Haus der Erinnerung) in Medellín/COL 2023. LINK

Wie Abwesenheit, wie Schmerz ausdrücken? – Zwischen 1991 und 2012 wurden in Kolumbien 900 Lehrer:innen ermordet (nach: Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Mario Novelli. Krieg in den Klassenzimmern. Politische Gewalt gegen Gewerkschaften im Bildungssektor in Kolumbien 2009). Schätzungen zufolge wurden zwischen 1954 und 2011 im Rahmen der Repression gegen die Studentenbewegungen  des Landes 91 Studenten ermordet. – Ausstellung des Museo Casa de la Memoria (Haus der Erinnerung) in Medellín/COL 2023. LINK

Können wir uns in Oberflächen, Strukturen und Texturen selbst sehen? Dorothee Krings (Berlin) war und ist neben vielem anderen auch Fotografin. In den vergangenen Jahren hat sie private Trauma-Salons veranstaltet, in denen sich über persönliche Zugänge zur eigenen Geschichte, zu Verletzungen und eigenem Umgang damit ausgetauscht werden konnte. Makrofotografie ist bei ihr ein bildgebendes Verfahren, das optisch frei legt, was unmöglich scheint: die tiefer liegenden Schichten der Zeit. Ihre Bilder sprechen von der Verwundbarkeit unserer Welt und damit auch von unserer Verletzlichkeit.

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Der Podcast „Invisible Wound“ von Sharon Ryba-Kahn ist Teil des Projekts „Hakara – facing transgenerational trauma“ von AMCHA Deutschland.In einer Folge treffen wir Jacqueline Saki Aslan, eine in Deutschland geborene jesidische Künstlerin, um über die Bedeutung kollektiver, generationenübergreifender Traumata in ihrer Arbeit und ihrem persönlichen Leben zu sprechen, wie wir es mit allen unseren Gästen bei Invisible Wound tun. Im Jahr 2014 beging der Islamische Staat einen Völkermord an den Jesiden. Wie hat sie reagiert und gefühlt, als der Völkermord an ihren Brüdern und Schwestern begangen wurde, und wie hat ihr Umfeld auf sie reagiert? Sie zieht viele Schlüsse, aber ein Aspekt ist entscheidend, nämlich ihre tiefe Überzeugung, dass „Freude ein Weg des Widerstands“ ist.

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“Opfer werden und indigene Macht”. Im Bild eine mutmaßlich von Paramilitärs ermordete Person vor den Einheiten der Indigenen Kräfte. Eine Welt, die nur Extreme akzeptiert, ist schwarz und weiß. Nicht zuletzt sind es auch die Fotograf:innen, die ihr Leben riskieren, damit das Land aus erster Hand das Leid der Opfer, die Schrecken und die Verflechtungen der Akteur:innen in diesem Krieg erfährt. Durch ihre Sprache – die Fotografie – erzählen sie uns, was wirklich passiert ist und was viele lieber ignorieren würden. Fotografien werden von einer Generation der nächsten übergeben. Ausstellung des Museo Casa de la Memoria (Haus der Erinnerung) in Medellín/COL 2023. LINK